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Kritik der polysexuellen Ökonomie

January 16, 2010

Das Podcastangebot der Hamburger AG Queer Studies umfasst diesen Vortrag von 2008. Bini Adamczak analogisiert darin die bürgerlich-kapitalistischen Verkehrs- und Liebes-/Sexualverhältnisse und weist skizzenhaft den Ausweg in den »polysexuellen Communismus«. (48 Minuten)

Download: via AArchiv | via Mediafire (mp3, mono, 48 kBit/s, 16,5 MB)
Original via Uni Hamburg (stereo, 128 kBit/s 50 MB)

Ankündigungstext:

Theorie der polysexuellen Oekonomie ist Ausdruck eines historischen Prozesses, in den/m alle vergangenen Kämpfe um Integration und Verschiebung (Frauen/ Homos/Transen/usw.) münden und weiterhin treibend bleiben. Sie lässt historisch einzigartig die Möglichkeit einer sexuellen Oekonomie erblicken, die zum ersten Mal in der Geschichte nicht ständisch-feudal, nicht rassexistisch-segregationistisch strukturiert wäre, ein universeller (Welt)Markt, auf dem alle Körper als Waren auftreten, ineinander tauschbar sind (welche Verzögerung, seit 1789). Aus der Perspektive dieser liberalisierten Zirkulation erscheinen Paarmonogamie, Zwangsheterosexualität und segregationistischer Rassismus lediglich als Marktbeschränkungen, als vormoderne Überreste präkapitalistischer Vergesellschaftung. Die polysexuelle Bewegung durchschlägt die Zwei dreifach: des Geschlechts (Mann/Frau), der Sexualität (Homo/Hetero), des Paars (Ich/Du). Sie etabliert ein tableau économique, auf dem die Körper un/mittelbar nach der zu ihrer Reproduktion gesellschaftlich durchschnittlich notwendigen sexualisierend-sexuierenden Arbeitszeit bepreist werden. Gleich sind die Körper somit, insofern sie alle der Herrschaft desselben Wertgesetzes unterworfen sind. Ungleich, insofern sie diese Herrschaft ungleich hart trifft. Erst an der einen Norm gemessen, werden sie als Mehr und Minder quantifizierbar, universell hierarchisierbar. Erst das Schönheitsregime bringt die Hässlichen hervor und mit ihnen die alle ergreifende Angst: übrig zu bleiben. Liberalisierung der Oekonomie ist also Abschaffung ihrer Begrenzungen, nicht bereits Abschaffung der Oekonomie, um die es geht.
Gesucht wird ein Modus von Vergesellschaftung, der weder der (unterkonsumptiv) krisenhafte des Single-Marktes ist, noch der des Paars, des Ehevertrags, Handelsabkommen auf Lebensabschnittszeit. Weder protokapitalistische Oekonomie allgemeiner Konkurrenz also, noch sozialistische, Planwirtschaft, die die Armut (eine und nur eine Ware Anziehungskraft für jede[n?]) für die Ewigkeit verwaltet. So gestellt, springt die Lösung des Problems unmittelbar ins Auge: Gesucht wird Communismus, polysexuell.

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