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Was bleibt vom Individuum?

January 10, 2013

Von der Entfremdung des Menschen zum Untergang des Individuums

Die Initiative Sozialistisches Forum Freiburg dokumentiert einen Vortrag zum Begriff des Individuums in der bürgerlichen Gesellschaft, den Lea Bendemann im Rahmen des ISF-Jour Fixe im Juli 2012 gehalten hat. Im ersten Teil setzt sich Bendemann mit den Marxschen Frühschriften und der Spaltung des Individuums in Bourgeois und Citoyen auseinander. Im zweiten Teil befasst sie sich mit Adornos Reflexionen über das Individuum im Zeitalter von (und nach) Auschwitz. Im Dritten bemüht sie sich um den Nachweis, dass Adorno an die Marxschen Frühschriften anknüpft.

Hören:
[audio:http://audioarchiv.k23.in/Referate/ISF_Freiburg/Bendemann-Was-bleibt-vom-Individuum_2012-07-18.mp3%5D

Mittwoch, 18. Juli 2012

Was bleibt vom Individuum?

Von der Entfremdung des Menschen zum Untergang des Individuums

Die Gesellschaft, die ihre “Gleichgültigkeit gegens Individuum” durch Auschwitz bewies, kann nur von einem Standpunkt aus kritisiert werden, welcher am Denken, trotz dessen Ohnmacht, festhält. Von wem aber kann der Versuch dieser Reflexion geleistet werden, wenn nicht vom Individuum, an welchem als einem untergehenden die “Spur des Menschlichen” (Adorno) zu haften scheint? Daß die Individuen heute als bloße “Verkehrsknotenpunkte der Tendenzen des Allgemeinen” (Horkheimer/Adorno) erscheinen, korrespondiert der von Marx konstatierten Brüchigkeit des entfremdeten Menschen. Durch die bürgerliche Revolution zerfällt das Individuum in den “Citoyen”, der Anteil an Staat und Gattungsleben nimmt, und den privaten, der Vorherrschaft des kapitalistischen Nutzenkalküls unterworfenen “Bourgeois” (Marx). Die Bürger, die nur ihren je eigenen Zweck rücksichtslos verfolgen, sind virtuell schon Nazis, die die “Vernichtung des Nichtidentischen” einfordern. Angesichts des Nationalsozialismus flüchtet sich das, was von Moral und Kritik überlebte, in die Erfahrung der Einzelnen: Es “mag temporär etwas sogar von der befreienden gesellschaftlichen Kraft in die Sphäre des Individuellen sich zusammengezogen haben” (Adorno). Auf dieses Refugium bleibt angewiesen, wer an Adornos kategorischem Imperativ festhält. – Es spricht Lea Bendemann (Freiburg).

Um 20 Uhr im Jos Fritz-Café, Wilhelmstr. 15 (Spechtpassage) [Freiburg]

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